Eine besondere Entwicklung von Hering ist die Integration von gebrochenem Glas als Zuschlagsstoff in der Betonrezeptur.
Gemeinsam mit der Universität Siegen hat Hering im Rahmen eines umfangreichen wissenschaftlichen Projekts an einer Möglichkeit zur Herstellung von dauerhaften und stabilen Betonrezepturen mit Zusatz von Echtglas geforscht. Was sich als besondere Herausforderung herausstellte, denn: Bei der Verbindung von Beton und Glas entsteht – je nach Zusammensetzung des Glases – bekannterweise die „gefürchtete“ Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR), bei der Risse im Beton entstehen, die sowohl die Ästhetik als auch die Gebrauchsfähigkeit und Dauerhaftigkeit stark beinträchtigen können.
Im Rahmen des Forschungsprojektes ist es gelungen, das optimale Mischverhältnis für eine Rezeptur von Architekturbeton mit Glaszuschlägen zu finden – was bedeutet, dass sich verschiedene getestete Gläser für den Praxiseinsatz eignen und die Anforderungen der DAfStb Alkalirichtlinie (Teil 2) erfüllen. Auch den in der DIN 1045 definierten Kriterien für tragende Beton-Bauteile kommt die von Hering Bau entwickelte, spezielle „Glas-Beton-Rezeptur“ nach.

Im Zuge des Forschungsprojektes wurden normgerechte Beton-Rezepturen für den Zusatz von Gläsern entwickelt (Foto: BetonBild).
Dies eröffnet Architekten und Planern völlig neue ästhetische Möglichkeiten. Je nach Sonneneinfall und Perspektive des Betrachters bringen diese Glaszuschläge die Fassade zum Glitzern bzw. Leuchten und stellen so einen absoluten Blickfang dar. Auch das zur Verfügung stehende Farbspektrum ist sehr breit. So haben die Hering Experten zum Beispiel mittlerweile normgerechte Beton-Rezepturen für den Zusatz von gelbem, grünem und blauem Recyclingglas entwickelt. Nicht zuletzt ist die Innovation vergleichsweise sehr umweltfreundlich. Durch die Verwendung von Recyclingglas werden wertvolle Ressourcen eingespart. Das erste große Projekt für die Verwendung von Fassadenelementen mit Glaszuschlägen wird Mitte 2013 in den Niederlanden realisiert. Es handelt sich dabei um den spektakulären Neubau der Bildungsfakultät FED HAN in Nijmegen in den Niederlanden. Für das Projekt entschieden sich die Architekten von LIAG aus Den Haag für ein besonders innovatives Fassadenkonzept. So kommen weiße, mit farbigen Glaszuschlägen versehen, betoShell® Textilbeton - Elemente zum Einsatz. Die Oberfläche der nur 30 mm starken Fassadenplatten ist fein gewaschen, sodass die Zuschläge leicht freigelegt werden. Im Vorfeld mussten dabei zahlreiche Textverfahren hinsichtlich der Auswahl entsprechender Gläser und der Zusammensetzung der Betonrezeptur durchgeführt werden. Nach deren Abschluss ist die Produktion der ersten Elemente im Mai 2013 angelaufen. Die Montagearbeiten beginnen im Juni und werden voraussichtlich Oktober 2013 abgeschlossen.
Insgesamt umfasst der Auftrag für Hering die Herstellung, Lieferung und Montage von rund 3500m² betoShell®-Elementen, bestehend aus ca. 3.000m² Fassadenplatten und ca. 500m² abgehängten Deckenelementen.

