Traditionsreiches Kaufhaus in Innsbruck öffnet im März 2010 seine Pforten
Im Jahr 1908 von Josef Bauer und Viktor Schwarz gegründet, war das „Kaufhaus Bauer und Schwarz“ das erste Kaufhaus und gleichzeitig das erste Gebäude in Stahlbetonbauweise in Innsbruck, das mit einer Zentralheizung und mehreren Fahrstühlen ausgestattet war. Im zweiten Weltkrieg zerstört, 1954 wieder aufgebaut und 1966 umbenannt in Kaufhaus „TYROL“, erwarb die SIGNA Holding GmbH 2004 das Gebäude. Seitdem in Planung, begann Ende November 2008 die Revitalisierung und Neugestaltung. Die Grundsteinlegung fand am 27.11.2008 statt, bei der Vertreter von Stadt und Land, der Investor und der Architekt sich mit ihren Handabdrücken in Beton verewigten. Diese Betonelemente wurden im Kaufhaus verbaut und sind ein Sinnbild für die Verbundenheit und Geschlossenheit der Beteiligten.
Im Dezember 2008 wurde Hering von der ICM Baumanagement GmbH aus Innsbruck mit der Herstellung, Lieferung und Montage der architektonisch anspruchsvollen Fassade aus weißen Betonelementen nach dem Entwurf von David Chipperfield Architects beauftragt. Zur Ausführung kommen ca. 470 Fertigteile, im Wesentlichen tragende und nicht tragende Stützen und Riegel mit einer Laibungstiefe von bis zu 80cm. Die Kanten werden grundsätzlich scharfkantig ausgebildet mit Abrundungen von maximal 2mm. Die Ansichten der Fertigteile erhalten eine gestrahlte Oberfläche, die Laibungen sind geschliffen. Die Betonrezeptur wurde bauseits vorgegeben und beinhaltet Marmorgestein mit einem Größtkorn von bis zu 35mm. Nach den Vorstellungen des Architekten sollen sowohl in den gestrahlten als auch in den geschliffenen Flächen diese Korngrößen zu gleichen Teilen erkennbar sein. Um dies zu erreichen, werden die Fertigteile mit Übermaß betoniert und danach um ein vorgegebenes Maß abgeschliffen.

Zeitgemäße Architektur und Denkmalschutz in Einklang zu bringen, ist die große Herausforderung, der sich die Beteiligten am Projekt mit Erfolg stellen. Der Entwurf von David Chipperfield Architects verbindet letztlich die geforderten Parameter und trägt so zum Konsens bei, der die Ausführung des Projekts ermöglicht. Als Generalplaner konnte der renommierte Innsbrucker Architekt Dieter Mathoi gewonnen werden.
Die Gesamtinvestitionen liegen bei ca. 155 Mio. Euro. Auf rund 33.000 m² werden sich über 50 einheimische und internationale Firmen sowie bis zu acht Gastronomiebetriebe präsentieren. Größtenteils ist das Objekt bereits vermietet und wird seinen Besuchern ein modernes innerstädtisches Handelszentrum bieten, das einen Einkauf zu einem Shopping-Erlebnis werden lässt. Die Neueröffnung ist im März 2010 geplant.

