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Marienkrankenhaus in Hamburg mit Fotobeton gestaltet

Das Marienkrankenhaus ist eines der ältesten und angesehensten Krankenhäuser der Stadt Hamburg. Es kann auf eine 140-jährige Tradition zurückblicken. In seinen zwölf Fachabteilungen werden jährlich 50.000 Patienten behandelt. Dabei steht die ganzheitliche Therapie im Vordergrund.

Die Katholische Marienkrankenhaus gGmbH erweitert nun dieses Gebäude um ein interdisziplinäres Notfall- und Operationszentrum, das bereits in diesem Jahr den Patienten zur Verfügung stehen wird.

Die Planer, die Architekten des Büros Henke + Partner, gestalteten die Fassade mit kräftigen warmen Farbtönen, um der Tristesse entgegenzuwirken, die gewöhnlich in solchen Gebäuden anzutreffen ist. Andererseits sollte auch der religiöse Bezug des Krankenhauses auf der Fassade dezent widergespiegelt werden.

Marienkrankenhaus mit Fotobeton

Man entschied sich für die Darstellung eines christlichen Motivs und wählte das um 1507 entstandene Gemälde der Madonna Tempi von dem Maler und Baumeister der Hochrenaissance Raffaello Sanzio (* 6. April 1483 in Urbino; † 6. April 1520 in Rom). Damit war die Frage nach dem Motiv beantwortet. Die Frage aber, wie dieses Bild auf die Fassade projiziert werden konnte, stand noch offen.

Zur gleichen Zeit arbeitete Hering an der Fotobetontechnik. Diese musste, nach dem Rückzug eines namhaften Fotofolienherstellers vom Markt, neu entwickelt werden. In einem ersten Gespräch mit den Architekten im September 2005 stellte Hering sein Konzept zur Realisierung des Motivs als Fassadenbestandteil vor. Von diesem Zeitpunkt an wurde immer wieder an der Verbesserung der Oberflächenqualität des Fotobetons gearbeitet. Es musste ein Leistungsstand erreicht werden, der bei Vervielfältigung des Motivs eine gleich bleibende Qualität sicherte. In diesem Fall sollte sich das Motiv 17 mal wiederholen. Der direkte optische Vergleich war also für den Betrachter möglich.

Die bis dato entwickelten Fotofolien waren für filigrane Motive viel zu grob strukturiert und mussten weiter verfeinert werden. Die notwendigen Abbindeverzögerer wurden wieder und wieder chemisch verändert und nicht zuletzt die Wahl der richtigen Körnungen, die für den Kontrast im Bild im Zusammenspiel mit dem eingefärbten Zementleim verantwortlich sind, waren zeit- und kostenintensive Faktoren. Denn erst die Musterplatten, die nach jeweils hinzugewonnen Erkenntnissen begleitend hergestellt wurden, brachten Aufschluss darüber, ob man auf dem richtigen Weg war.

Nach gut einem Jahr Entwicklungsarbeit war Hering endlich in der Lage, Fotobetonplatten von gleich bleibender Qualität herzustellen, die die wesentlichen Merkmale eines reproduzierten Bildes zum Ausdruck bringen können. Die anfängliche Befürchtung aller Beteiligten, diese „Bildgalerie“ aus nur einem sich wiederholenden Porträt könnte zu einem aufdringlichen Blickfänger ausarten, hat sich nicht bestätigt. Unauffällig, angenehm zurückhaltend verhält sich die Fassade dem Betrachter gegenüber. Und gerade damit verleitet sie ihn, nochmals hinzuschauen und zu verweilen.


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